Dienstanweisung Transfusion FFP: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Bestrahlung von FFP/GFP zur Vermeidung einer GvHD ist nach den Querschnitts-Leitlinien nicht mehr indiziert.
Die Bestrahlung von FFP/GFP zur Vermeidung einer GvHD ist nach den Querschnitts-Leitlinien nicht mehr indiziert.
== Lagerung ==
FFP/GFP wird im Blutdepot bei < -30 °C bis zum Ende der Haltbarkeitsdauer gelagert und ausgegeben.
== Vorbereitung der Transfusion ==
Auch für die Transfusion von FFP/GFP sind die Regeln der ärztlichen Aufklärungspflicht zu beachten (siehe Dienstanweisung zur Aufklärungspflicht vor der Transfusion von Blutkomponenten und Plasmaderivaten).
FFP/GFP dürfen erst unmittelbar vor der Transfusion aufgetaut werden. Falls die Frischplasmen in eine Plastikumhüllung eingeschweißt sind, ist diese beim Auftauen zu belassen und erst danach zu entfernen. Bei Rissen im Plasmabeutel wird sonst das Auftaugerät kontaminiert. Das Auftauen erfolgt an den entsprechenden Standorten der Erwärmungsgeräte und zwar- im OP bzw. auf der Intensivstation.
Stellen sich beim Auftauvorgang Defekte des Plasmabeutels heraus (Plasma läuft zwischen Beutel und Umhüllung), ist der Plasmabeutel mit seiner Umhüllung über das Blutdepot der Klinik zwecks Chargen-
Dokumentation in der EDV an den Blutspendedienst Oldenburg/Bremen zurückzuschicken.
Der Auftauvorgang im Blutdepot dauert für 2 FFP/GFP 20 - 30 min. Werden mehr als 2 FFP/GFP benötigt, verlängert sich die Auftauzeit entsprechend. Verzögert sich die Transfusion, so sind die FFP/GFP bei + 2 - 6 °C im Kühlschrank zu lagern, wobei es mit zunehmender Lagerzeit zu Qualitätsverlusten kommt!
TP, bei denen der Beutel undicht ist oder die nicht transfundiert wurden, sind in jedem Fall zur Chargendokumentation und sicheren Entsorgung an das Blutdepot zurückzugeben.
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Aufgetaute Frischplasmen sind unverzüglich zu transfundieren!
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Version vom 24. Februar 2025, 10:46 Uhr

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Anforderung von FFP/GFP (= TP Therapeutisches Plasma)

Die Bereitstellung von FFP/GFP setzt voraus, dass die Blutgruppe des Patienten bekannt ist. Nur im äußersten Notfall darf, bis die Blutgruppe bestimmt ist, FFP/GFP der Blutgruppe AB (=Universalplasma) transfundiert werden.

Blutkomponenten sind verschreibungspflichtige Arzneimittel. Die Anforderung von FFP/GFP im Blutdepot erfolgt für jeden Empfänger schriftlich (mit Arztunterschrift!) unter Angabe der klinischen Diagnose, der zeitlichen Dringlichkeit sowie des vorgesehenen Transfusionstermins durch den zuständigen Arzt. Stehen autologe FFP/GFP bereit, hat der zuständige Arzt dafür Sorge zu tragen, dass diese zuerst angefordert und transfundiert werden.

Auswahl der FFP/GFP (= TP Therapeutisches Plasma)

Die Auswahl geeigneter FFP/GFP erfolgt durch das Blutdepot. Nach Möglichkeit sollte AB0-gleich transfundiert werden. Bei Mangel an entsprechenden FFP/GFP (z.B. der Blutgruppe 0) können unbedenklich AB0-ungleiche, aber kompatible FFP/GFP (z.B. A oder B) transfundiert werden.

Da die Kompatibilität aber nicht wie bei den Erythrozytenkonzentraten von den Blutgruppenantigenen, sondern von den im Plasma enthaltenen Isoagglutininen (Anti-A und/oder Anti-B) beeinflusst wird, gelten für die Kompatibilität andere Regeln als für Erythrozytenkonzentrate!

Verträglichkeit AB0-ungleicher Frischplasmen

Blutgruppe des Patienten A B AB 0
erlaubte Blutgruppe des gefrorenen Frischplasmas A oder B B oder 0 AB, A, B oder 0 0

Die Bestrahlung von FFP/GFP zur Vermeidung einer GvHD ist nach den Querschnitts-Leitlinien nicht mehr indiziert.

Lagerung

FFP/GFP wird im Blutdepot bei < -30 °C bis zum Ende der Haltbarkeitsdauer gelagert und ausgegeben.

Vorbereitung der Transfusion

Auch für die Transfusion von FFP/GFP sind die Regeln der ärztlichen Aufklärungspflicht zu beachten (siehe Dienstanweisung zur Aufklärungspflicht vor der Transfusion von Blutkomponenten und Plasmaderivaten).

FFP/GFP dürfen erst unmittelbar vor der Transfusion aufgetaut werden. Falls die Frischplasmen in eine Plastikumhüllung eingeschweißt sind, ist diese beim Auftauen zu belassen und erst danach zu entfernen. Bei Rissen im Plasmabeutel wird sonst das Auftaugerät kontaminiert. Das Auftauen erfolgt an den entsprechenden Standorten der Erwärmungsgeräte und zwar- im OP bzw. auf der Intensivstation.

Stellen sich beim Auftauvorgang Defekte des Plasmabeutels heraus (Plasma läuft zwischen Beutel und Umhüllung), ist der Plasmabeutel mit seiner Umhüllung über das Blutdepot der Klinik zwecks Chargen-

Dokumentation in der EDV an den Blutspendedienst Oldenburg/Bremen zurückzuschicken.

Der Auftauvorgang im Blutdepot dauert für 2 FFP/GFP 20 - 30 min. Werden mehr als 2 FFP/GFP benötigt, verlängert sich die Auftauzeit entsprechend. Verzögert sich die Transfusion, so sind die FFP/GFP bei + 2 - 6 °C im Kühlschrank zu lagern, wobei es mit zunehmender Lagerzeit zu Qualitätsverlusten kommt!

TP, bei denen der Beutel undicht ist oder die nicht transfundiert wurden, sind in jedem Fall zur Chargendokumentation und sicheren Entsorgung an das Blutdepot zurückzugeben.

→ Auftauen im offenen Wasserbad ist verboten („Kunstfehler“)!

Aufgetaute Frischplasmen sind unverzüglich zu transfundieren!