Dienstanweisung Pflege
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Einleitung
Zu den Aufgaben der Transfusionskommission gehört die Fortbildung im ärztlichen und pflegerischen Bereich sowie für medizinisch-technische Assistenten auf dem Gebiet der Hämotherapie. Die Hämotherapie-Richtlinien gelten für alle Personen, die für bestimmte Leistungen bei der Anwendung von Blutprodukten und der entsprechenden Nachsorge verantwortlich.
Da Verwechslungen die Hauptursache für schwere oder tödlich verlaufende hämolytische Transfusions- reaktionen sind, muss bei den Schulungen ein Schwerpunkt auf die korrekte Identifizierung bei der Entnahme von Blutproben für immunhämatologische Untersuchungen und bei der Vorbereitung der Transfusion gelegt werden.
Fortbildung im pflegerischen Bereich
Im Rahmen seiner Tätigkeit an der Fachweiterbildungsstätte unterrichtet der Transfusionsverantwortliche die angehenden Intensiv- und Anästhesiepflegekräfte, sowie die Keyworker der Stationen über die „Grundlagen der Hämostaseologie und Hämotherapie“, die „Tätigkeiten bei der Vorbereitung und Durchführung einer Transfusion mit dem Schwerpunkt Identitätsüberprüfung“, die „Dokumentation“ und die „Unerwünschten Ereignisse nach Anwendung von Blutprodukten“. Die Organisation dieser Unterrichtsveranstaltung erfolgt durch die zuständige Pflegedienstleitung in Kooperation mit dem Transfusionsverantwortlichen bzw. dem Leiter des immunhämatologischen Labors.
Für die Pflegekräfte des Hauses führt der Transfusionsverantwortliche jährlich einmal eine ca. 30-minütige Schulung in der Transfusionsmedizin durch.
Kommt es zu gravierenden oder gehäuft auftretenden Fehlern durch das Pflegepersonal im Rahmen der Hämotherapie, werden zeitnah klinik- oder stationsspezifische Schulungen durch den Transfusions- verantwortlichen oder den zuständigen Transfusionsbeauftragten durchgeführt.
Die Pflegedienstleitung ist dafür zuständig, dass alle Mitarbeiter, die Blutkomponenten und Plasmapräparate in der Klinik transportieren, vor Beginn dieser Tätigkeit eine geeignete Einweisung erhalten haben.
Fortbildung im ärztlichen Bereich
Laut den Hämotherapierichtlinien muss jeder hämotherapeutische Maßnahmen durchführende Arzt die dafür erforderlichen Kenntnisse und ausreichende Erfahrungen besitzen.
Die erforderlichen Kenntnisse können durch die Teilnahme am „Transfusionsmedizinischen Seminar“, das jährlich vom Transfusionsverantwortlichen und/oder dem Leiter des immunhämatologischen Labors durchgeführt wird, erworben werden. Als ausreichende Erfahrung wird angesehen, wenn eine vom jeweiligen Klinikdirektor und Transfusionsbeauftragten festgelegte Zahl von Blutpräparaten unter Aufsicht eines erfahrenen Kollegen transfundiert worden ist.
Der Transfusionsbeauftragte einer Klinik ist zusammen mit dem Klinikdirektor dafür verantwortlich, dass die Ärzte seiner Klinik über das Qualitätssicherungssystem für die Anwendung von Blutprodukten informiert sind und nur Ärzte mit „den erforderlichen Kenntnissen und ausreichender Erfahrung" Blutpräparate eigenverantwortlich anwenden.
Einmal jährlich sollten soweit möglich alle Ärzte der Klinik an einer Fortbildung über aktuelle Themen der Transfusionsmedizin teilnehmen. Die Durchführung der Fortbildung ist primär die Aufgabe des Transfusionsbeauftragten. Die Teilnahme ist von ihm zu dokumentieren. In Sonderfällen kann die Schulung auch durch den Transfusionsbeauftragten einer anderen Klinik, dem Transfusionsverantwortlichen, dem Leiter des immunhämatologischen Labors oder einen externen Referenten durchgeführt werden.
Folgende Themen sollen dabei schwerpunktmäßig angesprochen werden:
- Fehleranalyse (klinikinterne Auswertung der Fehler, Ergebnisse der Selbstinspektion)
- Änderungen im Hämotherapie-Qualitätssicherungssystem
- Neue oder geänderte Gesetze, Richtlinien, Vorschriften etc.
- Unerwünschte Ereignisse nach Anwendung von Blutprodukten
- Dokumentation
Weiterhin ist der Transfusionsbeauftragte verantwortlich, dass die in seiner Klinik tätigen PJ-Studenten, Famuli etc., die Blut für immunhämatologische Untersuchungen abnehmen, vor Beginn ihrer Tätigkeit eine Einweisung über die korrekte Durchführung der Identitätsicherung erhalten haben.
Der Transfusionsverantwortliche bzw. der Qualitätsbeauftragte für Hämotherapie schult jede neue Gruppe von PJ-Studenten an deren 1. Arbeitstag über die korrekte Patienten-Identifizierung bei der Blutentnahme.